pOPELgELEE

Ich spüre meine linke Körperhälfte nicht mehr. Der Druck am Arsch könnte der rote Holzklotz oder die Fernbedienung sein. Letztes wäre bei meinem Gewicht nicht so ideal. Aber derzeit auch nicht änderbar. Denn ich befinde mich in Schockstarre auf der Krabbeldecke. Der Kleine ist eingeschlafen. Auf mir. Normalerweise überhaupt nicht wild: Ich steh auf, leg ihn fein säuberlich ab, mache Kaffee und geniesse meine 20 Minuten Freiheit! Doch der Muckel ist krank. Und dann ist sein nölendes Nervensystem auf Daueralarm. Selbst der Fall eines Taschentuches könnte ihn wecken und sofort wieder in ein weinendes, schniefendes Etwas verwandeln. Das darf ich nicht riskieren. Nervös starre ich das Telefon auf dem Couchtisch an. Wagt es nicht anzurufen! Muss ich auf Klo? Bitte nicht! Ah, zum Glück nur das Taubheitsgefühl was sich durch mein Arschtal zieht. Schon Anfang der Woche war mir klar, dass das kein normaler Haushaltsschnupfen ist. Wenn dein Kind morgens aussieht, als ob es eine grüne Gesichtsmaske aufgelegt hat und du dann erkennst, dass es sich um reinen Schnott handelt, der sich in Popelgelee verwandelt hat, dann ist Zappenduster! Mein Mitleid als Muddi ist natürlich gross! Es wird geschunkelt, geschmust, getröstet, getragen was der kleine Kerl ab kann. Also verweile ich in meinem Dasein als Matratze und warte ab, bis Muckel wach wird oder auch meine rechte Körperhälfte taub wird. Solange kann ich noch tippen! Mist, ich soll ja nicht mehr einhändig tippen. Kagge! Aber das ist ja auch irgendwie ein Notfall 🙂

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aUSFAHRT

Es soll ganz viel Platz haben! Aber kein Kombi. Kombi geht nicht. Damit kann ich nicht einparken. Schwarz wäre auch schön. Und bloß nicht so hässliche Polster. Ach ja, Sitzheizung, unbedingt! Mein Arsch braucht es warm!“ Mein gedankliches Traumauto kommt gerade erst in Fahrt. Mein Kumpel hätte das Gespräch jetzt beenden und einfach über das Wetter schimpfen sollen. Aber er ist motiviert „Was ist denn mit einem Japaner oder Franzosen?“ Egal, wie sehr ich mein Hirn anstrenge ein Bild eines Franzosen in eine Karosserie zu pressen. Es kommt kein Auto raus. Wenn man meine Schaltzentrale mit unverwertbaren Input füttert, läuft man Gefahr, dass nur noch Scheiße rauskommt. Daher antworte ich risikobereit „Also, so ein Renault oder so?“ Kumpel erfreut über meine Transferleistung „Genau, zum Beispiel! Die kriegste gebraucht auch schon recht günstig. Willst denn einen Gebrauchten oder lieber Neuwagen? Diesel? Benziner? PS? Kilometerstand? Schaltung oder Automatik? Preisspanne?“ Seine Augen funkeln vor Gesprächsbereitschaft und er beginnt wild in sein Handy blechernde Schlagworte zu tippen. „Wie gesagt, schwarz wäre cool!“ antworte ich. Er stopft sein Handy zurück in die Tasche „Boh, das Wetter ist echt scheiße heute, ne?!“   

wATTEbAUCH

  
Ich werde so fit, so straff, so wach und so tailliert sein wie nie. Ich setze die Vorsätze von 2011 bis 2015 einfach alle auf eine Karte. Willkommen in 2016. In der Zukunft, in der alles möglich ist. Ich muss so euphorisch sein. Sonst scheitert das Projekt Wattebauch bereits vor dem ersten SitUp. Der kleine Racker hat sein drittes Zähnchen und ich kämpfe immer noch mit dem Wackelpudding. Das kann nicht sein! Keine Sorge, ich vergleiche mich hier nicht mit Stars. Die können sich ja alle gerne flach peitschen und pinseln. Ich bin da schon ein Realist und Menschenfreund. Man darf auch ruhig mal aus der Form geraten. Nur platzen sollte das Förmchen nicht. Jetzt ist also der Zeitpunkt gekommen das Förmchen ins Feuer zu packen und mal wieder knusprig zu backen. Ofen an! Bald gibt’s Kuchen! Scheiß Vergleich!