kAFFEEgEDANKEN

  
Wir bleiben zu Hause. Immer noch. Seit sechs Wochen denken wir unsere Wände gerade weiter als sie sind. Immer noch bemühen wir uns um so viel Normalität wie möglich und Wahnsinn wie nötig. Lagerkoller inklusive. So viel Fremdbestimmtheit. Uns fehlt die Freiheit. Uns fehlen Freunde und Familie. Wie gerne würde ich jetzt einfach – ohne Abstand, ohne Risiko – für einen Kaffee zu der Freundin oder der Mutti. Drücker verteilen, Hände halten. Es wird nach dem ganzen Scheiß alles nicht mehr so selbstverständlich sein. Das ist wohl das Beste an der ganzen Geschichte. Wenn es etwas Gutes daran gibt. Wenn ich mir so die Nachrichten anschaue, ist es schon unglaublich traurig, was da draußen in der Welt passiert. Da kommt so ein Virus und legt alles lahm. Macht uns Menschen ganz schön klein im Universum. Als Kind hatte ich mal die verrückte Vorstellung, dass da oben zwischen den Wolken Riesen leben und mit uns Menschen spielen. Wie kleine Matchbox Autos lenken sie uns über den Straßenteppich namens Erde. So verrückt klingt das heute gar nicht mehr. Was mich hier am meisten an der Situation stresst: Wie lange dauert diese Ausnahme noch? Denn ich werde während dieses Shutdowns nicht zu einer besseren Version von mir selbst. Ich sehe mittlerweile so aus, wie ich mich fühle. Ziemlich müde. Und der graue Ansatz schimmert schon lange nicht mehr blond. Und ich bin zu fett für meine Füße. Danke an die schönen Bilder beim Röntgen. Tja, eine Erkenntnis die ordentlich schmerzt… Ferse und Herz. Wenigstens ist die Motivation noch groß, diese außergewöhnliche Zeit so sinnvoll wie möglich zu nutzen. Und selbst, wenn nicht? Muss ich wirklich das alles Lernen, Lesen und auch noch Wollen! Reicht nicht eine mittelnormale Version von mir? Ja. Ich glaube schon. Ich muss nicht lernen zu meditieren, mir reicht eine Runde Duschen mit geiler Mucke. Allein, mit abgeschlossener Tür und keinen kleinen Fäusten die an dieser trommeln. Durchdrehen, Freidrehen, Tanzen. So wichtig im Leben. Und über die Jahre sind diese Momente so viel weniger geworden. Das wird mir jetzt mit der 40 im Nacken ganz schön bewusst. Selten ist es hier so leise, dass man seinen Gedanken mal lauschen darf. Man muss schon ganz genau hinhören, um sich nicht zu überhören! Und Luftgitarre mit einem zweijährigen auf dem Arm geht verdammt auf den Rücken. Ist aber auch eine Menge Spaß. Also, dreht die Mucke einfach mal richtig laut und tanzt rein in den Tag! Das pustet den Kopp durch und die doofen Gedanken ein Stück beiseite. 

#durchhalten #muckelaut

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