fREU(n)DE aUF zEIT

„Der ist kaputt!“ mein Sohn drückt seine Nase ganz fest an die Glasscheibe. Er sieht zum Glück gar nicht so geknickt aus. Alles klingt eher sachlich. „Die sind tot und die da kaputt! Aber da sind noch Eier“, nuschelt er weiter. Aha. Puh, bin ich froh. Denn an diesem Massensterben trage ich einen großen Brocken Mitschuld. Die Steine aus dem Garten waren als Deko im Salzwasser wohl nicht so geeignet. Klarer Anwendungsfehler! Es tut mir leid, Urzeitkrebschen! Wirklich. Beim nächsten Schöner-Wohnen-im-Glas-Anfall, werde ich vorher recherchieren. Heimlich habe ich nun eine neue Zucht angesetzt und hoffe, dass meine Jungs den Body-Switch nicht mitbekommen. Diese fragilen Wesen sind schließlich die ersten Haustiere hier im Familienhaushalt und das sollen die Jungs bitte freudig in Erinnerung behalten.
Ich persönlich hatte schon einige Wesen mit Flossen, Flügeln oder Fell. Auf dem Bauernhof war ja auch immer viel Platz und meine Eltern haben diese ganzen Wünsche dankenswerterweise einfach umgesetzt. Mein erstes Haustier war ein Goldfisch. Mein letztes ein Hund. Der Verantwortungsbereich stieg mit jedem Tier. Rückblickend betrachtet war ich immer sehr engagiert, interessiert und wohlwollend mit Tieren. ABER, ich war (/bin) ziemlich schissig. Meine Wellensittiche Hanni und Nanni waren mir zu flatterig, die Katzen zu kratzig und die Kaninchen zu bockig. Einzig allein vor meinem Dackel hatte ich überhaupt keine Angst, aber alle anderen. Susi war ein Giftzwerg, unerzogen, verwöhnt und immer in Begleitung eines großen Jagdhundes. Sie war die Chefin im Stall. Dachte sie zumindest. Mein Opa wollte immer nicht, dass ich als kleiner Hosenschisser einen Hund bekomme. Als das „Vater unser“ dann verstummte, hielt ich den rauhaarigen Schatz im der Arm. Und ich ließ es mir nicht nehmen, meinem Opa noch in der Leichenhalle Susi vorzustellen. Heutzutage ziemlich skurril. Aber auch total menschlich. Ich wollte ja meine Freude und meinen Triumph teilen. In meinem Haustierherz hatte dieser Dackel den größten Platz und verursachte das größte Loch als sie starb. Das ist aber kein Grund, auf diese tolle Erfahrung eines Haustieres zu verzichten. Verlust gehört wohl einfach dazu. Freu(n)de auf Zeit! ❤️

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