bAISEELT

Des Dänen dicksten Dinger 🇩🇰😍💛 Legga Auszeit!  

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uRLAUB oDER sO äHNLICH

 
Was hab ich mich wund gelacht. Zu Hause auf dem Sofa. Diese ganzen lustigen Sprüche, Tweets, Memes zum Thema „Urlaub mit Kindern“! Herrlich. Und wisst ihr was, sie haben alle recht. Alle. Ich wunder mich nicht mehr, dass die Scheidungssrate nach der Urlaubszeit am größten ist. Erwachsene hoffen auf Erholung. Kinder hoffen auf Aktion. Es startet schon mit der Fahrt. KofferraumTetris trifft Wunschkonzert. Alles muss mit. Irgendwie. Hat sich der Kuscheltiertransporter endlich in Bewegung gesetzt, wird in Sekundentakt das Navi gecheckt. Wann kommt der Stau? Wieso ist denn hier noch kein Stau? Ist doch Ferienzeit! Freude. Kurz. Denn dann geht es los mit den großen und kleinen Bedürfnissen. Kind 1 muss auf Klo. Nach genau 10 Minuten Autofahrt. Nicht, dass wir nicht zehnmal vorher gefragt hätten. Kind 2 merkt plötzlich, dass man im Auto ja gar nicht laufen kann. Dabei hat es diese Fähigkeit gerade erst erworben und will sie überall anwenden. Scheiße! Es fängt an zu Heulen. Hach, nur noch vier Stunden Autofahrt. Lösung: Laut Singen. Immer den gleichen Fühl-Dich-Gut-Beruhigungssong. Es wirkt. Kind ist ruhig. Mann genervt. Denn Frau respektive ICH singe nicht studioask. Pech. Ich genervt. Ich überdenke meinen alkoholischen Vorrat im Kofferraum. Wir hätten doch weniger Windeln und mehr Wein einpacken sollen! Kosten/Nutzen-Rechnung. 

Und dann kommt man nach sieben Stunden Fahrt nass geschwitzt, heiser und mit Kekskrümmeln in der Bettwäsche am Ziel an. Dünen, Meer und große Kinderaugen. Ist es das, was Urlaub ausmacht? Wenn die Vorfreude zum Jetzt wird? Vielleicht. Urlaub mit Kindern ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Als Single musste es einfach nur warm und mit viel Happy Hour sein. Jetzt analysiere ich schon Wochen vorher den nächstgelegenen Supermarkt, die geschlossene Terrasse des Ferienhauses und die Ausstattung der Küche. Es gibt so viele schwachsinnige Dinge zu klären: Ist das Wasser im Meer auch warm genug zum Baden für die Kinder? Gibt es zumindest eine Badewanne? Und dann steht dein Kind an dem wunderschönen Strand und bekommt einen Wutanfall von dem Sand! Ähm. Ja. Egal, was du vorher planst, es kommt anders. Kinder sind ein fleischgewordener Plot Twist. Rechne nie mit einer bestimmten Handlung. 

Man ärgert sich noch über die Sturheit des Knievolks und dann sitzen die zwei da im Gras, blinzeln in die Sonne und Lachen über einen Furz. Hach, ein Hauch von Urlaub. Zwar etwas stinkend, aber schön. Ich halt das ganz schnell fest. Wer weiß, was in diesem Film noch passiert. 

sCHNECKENlIEBE

Seit ich Mutti bin, renne oder trödele ich. Das Tempo dazwischen ist mir abhanden gekommen. Entweder hechte ich hinter einem Laufrad her oder ich entdecke jeden Kiesel. Was bedeutet, dass man für eine Strecke von 10 Metern auch eine Stunde braucht. Schrecklich, wenn man ungeduldig ist. Da hilft nur MitGlotzen was das Zeug hält. Und heute hatte ich meine erste ganz eigene Entdeckung. Ich weiß zwar nicht, was die Schnecken da treiben. Sie machen es zumindest ganz laaaaaangsam. Da konnte ich nicht einfach vorbei. Mit ein paar Stickern sieht es doch gleich nach LIEBE aus ;P

schnecken

 

tEMPERAMENTO

  ‚Tuuuuuc Tuuuuc!‘ kreischt es durch die engen Gassen. Sightseeing auf drei Rädern, ohne Verkehrsregeln. Mein Magen vibriert wie in einer Achterbahn. Wild gestikulierend und wie ein Wasserfall quasselnd brettert Juan mit uns über die Schlaglöcher. Neben meinen Innereien habe ich vor allem Mitleid mit dem Tuc Tuc – einem strahlend blauen Piaggio. ‚Made in Italia!‘ schreit er immer wieder begeistert in den Fahrtwind. Ich denke nur ‚Arme Gangschaltung!‘ Ächzend kämpfen wir uns bergauf, bergab und Juan gibt uns eine Kostprobe portugiesischer Lebensart. Eine rote Ampel ist nur ein Angebot, das die Portugiesen mal mehr, mal weniger nutzen. Unser Fahrer beherzigt eindeutig weniger. Ein Zebrastreifen ist ebenfalls nur zur Anschauung und nicht zum gefahrlosen Betreten gedacht. Juan schreit, lacht, schimpft, pfeift, hupt und singt. Alles gleichzeitig! Meine norddeutsche Mentalität ist mit so viel Menschsein vollkommen überfordert. Mein Temperament beschränkt sich auf die Verteidigung meines Essens. Das Barometer der Leidenschaft steigt je nach Fettgehalt der Lebensmittel. Also, Finger weg von meinen Pommes. Während ich noch über kulturelle Unterschiede nachdenke, streitet sich Juan bereits mit dem nächsten Taxifahrer. Es muss tierisch anstrengend sein, sich den ganzen Tag so aufzuregen. Doch drei Autos später grinst Juan schon wieder und flirtet mit einer Brünetten zu unserer Linken. Ich hätte bei dieser hupenden Blechlawine schon einen Herzinfarkt bekommen. Zu viele Emotionen am Steuer! Aber Juan scheint jetzt erst richtig warm zu werden. Tuc Tuc de Temperamento! 

gEILER lÄRM

Kein Ton entkommt mehr der Luke. Wortwörtlich habe ich den Schreihals mit Hirsekringeln still gestopft. Falls ich irgendwann mal gesagt haben sollte, dass man Kinder nicht mit Futter stilllegt – Ich war dumm. An einer zehn Meter langen Schlange einer Supermarktkasse ist einem fast jedes Mittel recht. Guter Dinge stelle ich mich an. Stinker mampft zwar noch, aber die Hände zupfen schon an der scheiss Mütze. Der nächste Bock ist in den Startlöchern. Ich mach mich sicherheitshalber schon mal zum Horst. Man macht sich eigentlich ständig zum Horst. Das habe ich auch schon ohne Kind. Sollte ich mal hinterfragen. Plötzlich lacht sich Stinker vollkommen kaputt. Aber nicht wegen mir. Neben uns in der Schlange fängt ein kleines Mädchen aus voller – nicht vorhandener – Brust an zu singen. Sie ballert einen Song nach dem nächsten raus. Sie trifft keinen Ton und ihren pinken Plastikzauberstab wirbelt sie wie eine Verrückte durch die Luft. Geil! Ich finde die Kleine göttlich. Das ist ihre Bühne. Mit vier Jahren gehört dir noch nicht die Welt, aber der Supermarkt! Alle gucken. Stinker feiert sie total ab und vergisst sogar zu Kauen. Nach und nach fallen Hirsebröckel einfach ungenutzt aus seinem Mund. Was für ein Bild. Ihre Mutter ist wohl kein Fan. Sie starrt derbe genervt ihre Einkäufe an. Also, als Managerin hat sie schon jetzt versagt. Gleich drei ältere Damen drehen sich um und nicken der Kleinen aufmunternd zu. Nur eine frustrierte Frau raunzt etwas unverständliches in die Richtung der Kleinen. Die Mutter reagiert sofort und ermahnt die Kleine ruhig zu sein. Das interessiert die gar nicht. Sie wird nur noch lauter und die Töne noch schiefer. Stinker wippt schon voller Begeisterung mit. Jetzt nimmt die Mutter einen Riegel vom Band und gibt ihn der Kleinen. Tja, Schokolade schlägt Entertainment. Die Kleine pfeffert ihren Zauberstab in den Buggy und futtert. Och nein. Nicht jeder Lärm muss mittels Zucker gedämpft werden! Es gibt doch auch geilen Lärm! Beim Rausgehen sehen wir die Kleine wieder und ich kann mir ein ‚Du hast supertoll gesungen!‘ nicht verkneifen. Die Kleine grinst frech und greift direkt wieder zu ihrem Zauberstab. Juhuuuuu! Und sie wird doch eine Sängerin. Zwar keine gute und besser mit Playback, aber mit verdammt viel Feuer im Arsch!

kAU- oDER kAUFRAUSCH

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Seit einer Woche lungere ich in dem Laden rum. Mittlerweile habe ich drei Verkäuferinnen und deren Lebensgeschichten kennengelernt. Es ist richtig schlimm. Die denken bestimmt, dass ich sie nicht mehr alle habe. Spätestens nach meinem Wunsch mal ein paar Fotos von mir zu machen. Mir geht es dabei weniger um mein Aussehen. Ich sehe noch geschwängert aus. Obwohl der Kleine bald schon Brei bekommt, könnte man annehmen, dass bereits Schreihals zwei in meinem Becken eingeparkt hat. Aber nein. Das ist nur Speck für die kalten Tage. Das nur zum Hintergrund. Bei den Bildern geht es um die Frage: Was macht diese unglaublich geile und unfassbar teure Handtasche für mich?! Ich höre Guidos Worte in meiner Geldbörse klimpern: Eine Menge! Eine Menge! Eine Menge! Sieben Tage war ich also standhaft. Der Muk hat vorsorglich immer im Laden geweint, um mich aus meinem Traum mit dem weichen Leder zu befreien und bloß die Karre weiter zu bewegen. Als ob er mich erinnern wollte: „Du bist nun Mutter! Mütter kaufen sich nicht sündhaft teure Taschen. Sie leimen welche aus Jute und nähen Käfer drauf.“ Scheiße! Dann kam DER Tag. Muk hat so unglaublich viel genölt und man konnte es ihm einfach nicht recht machen. Nach stundenlangem MantraBrummen und Rumfliegen, musste das in einen Kau- oder Kaufrausch enden. Und sind wir ehrlich. Mein Hosenbund schreit eher nach Luft als nach Fettigem. Mir blieb nichts anderes übrig. Aus taktischen Gründen habe ich Muk auch direkt was gekauft. Für das mütterliche Feng Shui und so. Kinder kosten halt Geld. So ist das halt. Herzlich willkommen gefettetes Leder!

dOPPELdEERN

Die können sie ruhig ne Nummer kleiner probieren! Die schlackert ja am Allerwertesten!‘ die Verkäuferin lächelt mich an. ‚Geben Sie mir das schriftlich. Das hänge ich direkt neben meinem Kleiderschrank!‘ erwidere ich geschmeichelt und kläre sie auf ’ne, die Jeans passt. Ich werde bald auseinandergehen wie ein Hefekuchen und dann brauch ich Platz.‘ Sie schaut ziemlich verwirrt und ich ergänze schnell ‚ich bin schwanger!‘ Ihre komplette Mimik verdreht sich. Sie strahlt, als ob sie gerade selbst befruchtet wurde und stammelt Superlative wie gigantisch und grossartig. ‚Ja, toll…, bin auch voll happy!‘ nuschele ich. Die Verkäuferin kriegt sich garnicht mehr ein und zack startet ihr eigener Reality-Monolog über die Geburt ihrer Tochter, den Wehen, den Schmerzen, dem Verlust der Figur, der Pubertät, ihrem nichtsnutzigen Mann. Aber alles sei einmalig. Ich trete den Rückzug in die Umkleide an. Durchatmen! Ich will nur die Hose. Mehr nicht. Lebensgeschichten kriege ich genug im öffentlichen Nahverkehr. Da hat ihr Verkehr nichts zu suchen!
Ich befreie mich von der Jeans und kämpfe mit meinen Brüsten. Selbst ein ungehorsamer Terrier ist schneller in seinem Körbchen. Mein Frausein nimmt ungeahnte Dimensionen an. Hätte ich gewusst das ein wachsender Bauch so viel Aufmerksamkeit erhält, ich hätte eine Taille nie gewollt. Ich dreh mich zur Seite und betrachte das Kunstwerk. Zwischen Bläh-und Babybauch zieht sich eine äquatorähnliche Linie. Wenn man genau hinsieht ergeben sich zwei separate Kugeln. Beide Inhalte wollen raus. Der eine früher als der andere. Das hofft man. Die Realität sieht anders aus. Die Luft bleibt drin! Kein Entkommen. Wenn es wenigstens einen Sinn hätte. Mit Helium gefüllt würde das Laufen zum Beispiel leichter fallen. Bei der Geburt platze ich bestimmt, wenn sich einer eine Kippe ansteckt. Man sollte nicht weiter hinterfragen, warum sich ein Arzt im Kreissaal eine Kippe ansteckt. Phantasie! Während meiner gedanklichen Reise, wagt die Verkäuferin einen weiteren Annäherungsversuch durch den dicken Vorhang ‚Wie weit sind sie denn?‘ Mist! Die Frage der Fragen. Zu unschwanger für eine Kugel und zu schwanger für eine Taille. Ein Dilemma. Meine Antwort fällt kurz aus ‚5. Monat!‘ Ich überreize die Zeitrechnung nur minimal. Was ist schon ein Tag, eine Woche, ein Monat?! Meinem Hormonstatus sind Zeitangaben völlig egal und ich fühle mich mehr als befähigt für eine Notlüge. Um das kosmische Gleichgewicht wieder herzustellen, habe ich die Jeans aber natürlich gekauft. Und das Shirt, die Strickjacke und den Schal! Hormone halt!