mUTTItAG

Happy Muttertag to me. Ich zelebriere mich jetzt einen Kaffee lang und dann schleudere ich mich wieder in den Alltag. Ich bin vollkommen unschlüssig, ob man so einen Tag braucht oder nicht?! Müsste nicht jeder Tag so ein Stück Wertschätzung enthalten. Für die vielen Herausforderungen zwischendrin. Emotionen abkühlen, Fragen abfangen, Gedanken mitdenken, Befindlichkeiten wegatmen, Waschmaschine umlenken, Grasflecken wegwaschen, Tränen wegwischen, Butterbrote pellen, Gemüse kaschieren, Termine koordinieren, Kindersitze befüllen, Reißverschlüsse bezwingen, Schlafanzüge beschwören, Mut befeuern, Dummheit eindämmen, Essen kochen, Kritik wegessen, Rücken krabbeln, Köpfe krabbeln, Füsse krabbeln… mehr mit den Fingernägeln! 😂 Wenn ich das so lese, ist da einiges an Wahnsinn enthalten. Vielleicht ist es der beste Grund für einen Muttertag. Kurz mal innehalten und sich dessen bewusst werden. Wie ein eigenes Feedbackgespräch im Job als Mutter! Und dann am Ende der Tasse Kaffee ein Resümee zu ziehen. Was darf sich ändern? Was darf so bleiben? Und dann verknüddelt man den gedanklichen Ziel-Vereinbarungsbogen und sagt sich einfach mal: „Gut gemacht!“ Man muss nicht immer alles optimieren. Man darf auch einfach mal müde, abgekämpft und frustet sein. Gehört doch dazu. Also, schnappt euch ein Heißgetränk. Atmet den Stress mal kurz in die linke Arschbacke und zelebriert euch! Gut gemacht! ☀️❤️🤗

kINDERfRAGEN

Aus dem Bett, auf den Schoß. Kurz Knuddeln! Ich muss noch so viele Sachen erledigen. In meinem Kopf dreht sich das TodoRad. Diese morgendlichen Kuscheleinheiten sind gesetzt und da muss sich mein Erledigungsmodus gedulden. Gestern sogar noch ein Stück länger. Wir kuscheln uns in den senfgelb Sessel. Das Radio läuft und ich höre die ersten Meldungen. Russland, Ukraine, Putin… Die Jungs haben Satellitenschüsseln als Ohren. Ihnen entgeht kein Sender, keine Botschaft. Nach einer kurzen Pause platzen die Fragen aus ihnen raus: Was machen die Soldaten? Ist Krieg gefährlich? Kommt der auch zu uns? Ich versuche Antworten zu geben. Kindgerecht. Aber wie soll man Sachverhalte erklären, die unbeschreiblich erscheinen? Krieg in Europa! Sanktionen, Machtdemonstrationen, Rebellen… Viel zu große Themen für kleine Köpfe! Und doch super wichtig. Denn überall strömen Informationen auf die Minis ein und sie müssen das verpacken, erörtern, besprechen, verarbeiten. Die Ungerechtigkeit in der Welt ist schwer auszuhalten. Auf sich allein gestellt aber noch viel mehr. Ich hab diesen Satz „Das verstehst du, wenn du älter bist“ gehasst! Er bringt niemanden weiter und verursacht mehr Fragezeichen als Zuhören 💛

bELEGT

Mit Liebe belegt! 🧡 Ich bin das Brötchen, die Jungs Wurst und Ketchup. Wir nennen unser Ritual „Hot Dog“. Abends nach dem Vorlesen werde ich also belegt und bekuschelt. Ich hoffe, dass wir das noch ganz lange so machen. Irgendwann ist ihnen das bestimmt zu blöd. Oder zu nah, oder zu schmusig. Irgendwann ist irgendwann. Eben nicht jetzt. Also halte ich die Schmuseklöpse so fest ich kann und diese Erinnerung schon mal fest für mich. Für irgendwann 🥰

uNGESCHLIFFEN

Chillenzio! Ich hab mich mal in die „Sonne“ gewagt. Ein Plätzchen im ungeschliffenen Umfeld. So sehe ich auch aus. Ziemlich ungeschliffen. Ich fühle mich zumindest schon wesentlich besser. Ich muss meinem Inneren nur noch Bescheid geben, dass es gerne nach außen drücken darf. Was erwartet man auch. Müde, krank und zwei Rabauken, die heute mehr gegen- als miteinander sind. Es wird gepöbelt, gestänkert, gefrustet. Ich trenne dann die zwei Kampfboliden vom Straßenteppich bevor der Schwitzkasten misslingt und fange mir den kompletten Frust ein. Denn dann ist man sich komplett einig. Warum hat Mutti Schiri abgepfiffen? War doch nur ne Blutgrätsche! Die Tür wird geknallt und Tschö mit Ö! Ich bleib im Aus. Danke für Nichts! Da hilft nur Dampf ablassen und frische Luft um die Nase. So sitze ich also auf dem Außengelände der Quarantäne. Und tippe. In jeden Buchstaben verpacke ich meinen Unmut. Und die Jungs können sich freuen, dass ich so ein Ventil habe und ein Master im Kopffussball bin. Sonst pfeift der Schiri hier das Spiel mal ab, ihr Lufthosen! Und trainiert wird auf dem Ascheplatz. Und überhaupt, wer wäscht eigentlich eure Trikots und füttert eure Waden und lobpreist eure Paraden. ICH!! Ihr verliert euren besten Fan 😂😂 ha ha ha (das fiese Lachen müsst ihr euch denken 🤣)

cORONA

Mein Knievolk schafft es doch immer wieder dem Ernst etwas Absurdes zu geben. Wir checken gemeinsam meinen CoronaTest und mein trockener Kommentar: „Zwei Striche sind für mich krass genug.“ Symptome laufen mir schon genug aus der Nase und drücken auf die Stirn. Herje, so schnell wabert es dann doch durch den Körper und ich bin heilfroh, dass ich geimpft bin. Ich will nicht wissen, wie es mir sonst ginge 🦠🤧 jetzt heißt es, PCR-Abwarten und Tee trinken. Literweise! Und am besten schon mal ein Notfall-Kinderbespassungs-Programm für nächste Woche entwickeln… irgendwas mit viel Schokolade und dem Einsatz von Kopfhörern. Denn als Springmatratze bin ich echt derzeit nicht geeignet 😌🙈 mit Kleinkindern ist eine Regeneration auch immer nur einen NinjagoFusstritt entfernt 😂

wELLE wAHNSINN

Inzidenzwert der innerfamiliären Skala liegt hier heute bei 1000. Kita zu. Homeoffice. Oder mein Arbeitstitel: 10 Schalen zum glücklichem Kind! Ich weiss gar nicht, wie oft ich heute schon vor DEM Schrank stand und den Inhalt verteidigen musste 😉
Durchdrehen ist keine Option 😂😂 Also, Positivity durch Realitätsverschiebung. Ich bewerte den Wahnsinn neu.
• Kind will schauen, ob das orangene Ding im Garten von einem Ufo abgeworfen wurde = Frische Luft für den Geist.

• Kind will im Flur Fussballspielen. Mit dem harten Flummi! = Bewegung mit Ausfallschritten und erhöhtem Puls.

• Kind will Auto spielen und ich darf „nur“ die doofen Rennautos nehmen = Extrakurs Debattierwerkstatt.

• Kind will Singen. Singen. Singen. = Mentales Audiotraining.

• Kind will Essen. Nudeln, Gurke, Kekse, Tomaten, Butterbrot. = Jonglieren in der Küche

• Kind will Ausrasten während Videoschalte = Clown Seminar. Grimassen für Anfänger… aber bitte nicht vergessen, die Kamera auszuschalten 😉

Es bleibt der Wahnsinn 😂🙈☺️

wELTENeNTDECKER

Vor zwei Wochen saßen wir auf dem Sofa und ich wollte gerade mit dem Vorlesen eines Buches starten. Da las plötzlich mein Sitznachbar den Titel vor. Ich war ganz perplex, denn bislang wurden immer nur ausgesuchte Buchstaben von unserem Großen durchgedacht. Was fängt alles mit A an? Welche Tiere gibt es mit O?… Von Wörtern waren wir weit entfernt. Und jetzt sitzen wir hier zum Weihnachtsfest wieder zusammen und schmökern uns durch die Lektüre. Entdecken neue Buchstaben, Wörter, Sätze… Lesen ist eine Tür, die so viele tolle Welten öffnet 😍 📙📘📓📕📘

bESCHERUNG

Wenn der Weihnachtsmann klingelt. Das Kreischen zur Bescherung war bestimmt noch kilometerweit zu hören. Die Jungs haben sich so sehr gefreut über diesen riesigen Sack vor der Tür. Ja, derzeit wird in Kaffeejute ausgeliefert. Aber raus – zum genauen Nachgucken – hat sich keiner der Jungs getraut. Die Ehrfurcht vor dem Weihnachtsmann scheint noch riesig. Also Sack schnell reingehieft und weiter bekreischt. Nachdem man sachkundig analysiert hat, warum der Weihnachtsmann nicht durch den Kamin gekommen ist, wird das erste Geschenk ausgepackt. Der Kleine packt ein Spielset aus. Zwei Spielfiguren: Schwarzer Spider-Man und Dr. Octavius (sehr passend zum derzeitigen Kinohit). Und das erste, was er damit macht. Er schenkt dem Großen eine Figur, damit man zusammen spielen kann ❤️ Da schlägt doch mein Weihnachtsherz höher. (Das sie sich 10 Minuten später in den Haaren liegen, weiss ich zu dem Zeitpunkt ja noch nicht)

eR fRAGT. iCH aNTWORTE.

Sie diskutieren mich grau, sie inhaftieren meine Habseligkeiten, sie chaotisieren meinen Alltag. Meine geliebte Planbarkeit ist im Chaos verstrickt. Und während ich innerlich durchdrehe und einfach nur Ruhe haben will, stellen diese halbstarken Fürze mit ihren Fragen meine Antworten auf den Kopf. Heute Mittag, bestes Beispiel: „Was willst du eigentlich mal werden?“, fragt mich der Große aus dem schmatzenden Nichts. Vollkommen ernst. Und ich lache, und ich lache weiter und weiß garnicht drauf zu antworten. „Beruflich oder so überhaupt?“ lenke ich ab. „Erst einmal Job! Und dann so überhaupt!“ ergänzt er und starrt mich neugierig an. „Das ist eine schwere Frage. Puhhhh. Einen Job hab ich ja schon und der macht mir Spaß. Na ja, und so generell glaube ich, dass es ein gutes Ziel ist, ein glücklicher Mensch zu sein…“ murmel ich in Gedanken. „Du hast es gut. Das bist du doch schon!“ sagt er, tunkt seine Pommes in Ketchup und winkt einem Kumpel am Nebentisch zu. Ja, irgendwie sehr lässig mein sechsjähriger Therapeut. Zum Glück kostet er kein Geld, nur Nerven. (Ich revidiere die Bezahlung läuft über Spielwaren 😂).

kEINE kRAKE

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Einen Artikel von A bis Z durchlesen, eine Mail von Betreff bis Gruß durchschreiben. Wunschdenken. Beständig ist nur die Unterbrechung. Ich wäre manchmal so gerne eine Krake und könnte ganz viele Aufgaben gleichzeitig erledigen. Mit so GoGoGadgetto-Armen. Bin ich aber nicht. Und so finden sich hier im Haus überall angefangene Projekte. Der Stapel alter Zeitschriften, den ich schon lange einmal durchgucken wollte. Der Rock den ich schon seit zwei Jahren am Saum flicken wollte, liegt unangetastet auf der Nähmaschine. Mittlerweile könnte er sogar wieder passen. Klar, jeder hat in seinem Haushalt rumpelige Ecken, Schubladen, Schränke, die auf Pause gestellt sind. Irgendwann geht die Story halt weiter. Keiner weiß nur wann. Kleinkinder daheim bewirken da keine Besserung. Unser Handeln gleicht einer ständigen Unterbrechung. Beispiel, gerade so passiert: Ich will Kochen. Kind 1 will Mithelfen. Kind 2 will Abwaschen. Ich freu mich über den Tatendrang, komme aber selber kaum dazu Lebensmittel in den Topf zu bekommen. Da ich jetzt nur noch in der Küche rumspringe, um diese zu retten. Der ausziehbare Wasserhahn kam mir doch so praktisch in der Spüle vor. Na ja, jetzt nicht mehr. Kind 2 hat die Funktion neu bewertet. Alle plitschnass. Essen plitschnass. Erstmal Standpauke, dass die Küche keine Badeanstalt ist und dann alle wieder in trockene Sachen stecken. Das ist hier nur eine Situation von vielen. Wie oft ich hier leise murmel „… ich wollte doch nur kurz…“!
Ganz gleich, welche ToDos ich gerne abhaken möchte, Wäsche machen, Haushalt wuppen, Hirn stärken usw. Die Banausen tauchen garantiert auf. Es ist wie eine unsichtbare Anziehungskraft. Laut grinsend, mit Sand unter den Füßen und Flausen im Kopf stehen sie dann da und sabotieren meine Pläne. Wenn sie nicht so verdammt liebenswert wären.
(Notiz: Während ich diese Wörter aneinander setze, habe ich zwei Kämpfe beendet, einen Apfel geschält, Getröstet, Getränke gereicht, Trampolin Verbot ausgesprochen und Puzzelteile gesucht. Es lebe das Muttitasking! Ahoi!)