äHM…

Immer diese sperrigen Badezusätze 😂 Baumbad 🌳 statt Schaumbad 🛁

#flussbrett #holzliebe #danndochdusche  

aUFGABENBOARD

Fast. Fast hätte ich den Mops soweit gehabt. Sein Fuß hat zumindest schon mal die Sandale berührt. Aber es war ein Täuschungsmanöver. Mit einem Lufttritt bewegt er das Schuhwerk Richtung Himmel und klagt: „Ich bin viel zu schlapp! Du sollst das machen!“ Schlapp sieht anders aus. Während er sich auf dem Boden windet, zieht er seine Jacke auch schon wieder aus. Menno, wir waren doch schon fast draußen. Und die Reihe geht von vorne los. Kleidung hinhalten, Motivieren, Ruhig bleiben, panisch auf die Uhr glotzen, grenzdebil lächeln und innerlich stirbt irgendwo ein Einhorn. Jede Zelle meines Körpers eskaliert. Der ewige Kreislauf mit Kind. Wie bekomme ich den Mops dazu, mehr bei diesem alltäglichen Wahnsinn zu kooperieren? Wie lernt er mehr Selbstständigkeit? Wisst ihr was, einfach nicht helfen! Das hätte ich früher geantwortet. Da war ich noch Single. Aber ein Stück Wahrheit steckt da doch drin. Ich muss weniger mithelfen. Ein wenig Motivation für den Mops muss her. Wir brauchen ein Aufgabenboard. Das ist doch total angesagt bei den pädagogischen Vorreitern und in jedem noch so dicken Ratgeber empfohlen. ToDos wie Anziehen, Zähne putzen oder Hände waschen werden spielerisch dargestellt. Übersetzt: Arbeit in Spaß versteckt! Die Frage der Gestaltung war schnell geklärt. Mops wünscht sich Bilder und schleppt direkt seine Bastelbox an. Cool! Er ist aktiviert und will mithelfen. Nur wie bringe ich unsere Bastelkünste hübsch an unsere Flurwand? Das Board muss ja für den Mops gut sichtbar sein. Gut sichtbar ist es dann aber auch für uns und unsere Gäste. Kurz denke ich an verklebte Schnipselarbeiten mit Glitzer und den schwarzen Wachsmalstift an der weiß verputzten Wand. Nein! Es soll schon schick aussehen. Mensch, mein Kerl baut doch auch Memoboards in seiner Flussbrett-Werkstatt. Zack, sind zwei gemopst. Eines für morgens und eines für abends. Perfekt!

 

Und ich bin echt mega happy mit unserem Ergebnis. Noch wichtiger als die Optik, die Wirkung. Mops fühlt sich endlich zuständiger. Er stirbt zwar bei jedem Stück Stoff noch den sterbenden Schwan, aber der Wille zählt. Man macht mit so einem Board aus einem Kaktus halt auch keine Tulpe. Aber das wollen wir ja auch nicht. Ein paar weniger Stacheln im Alltag reichen uns schon.

eLTERN sEIN

Ich stelle den Wasserkocher in der Küche an. Mops mault vom Sofa: „Das ist zu laut! Ich höre den Fernseher nicht mehr!“ Ich erwidere mitfühlend: „Oh nein. Soll ich lieber ausstellen?“ Er vollkommen genervt: „JA!“ Zack, stelle ich den Fernseher aus! Sein Gesicht war jeglicher Ausraster wert 😂😂

mUTTITASKING uND pRIMETIME 

 

Die Stumm-Taste auf unserer Fernbedienung ist bereits blank genutzt. „Psssst! Hat er gerufen?“ fragt mein Mann aus der Sofaecke. „Keine Ahnung! Mach mal wieder laut. Die sind doch da schon im Verhör“, antworte ich und will mich einfach nur in mein sonntägliches Abendprogramm fallen lassen: Tatort. Ja, einige halten das für ein veraltetes Überbleibsel aus der Drei-Programm-Zeit. Ja, ist mir aber egal. Ich lasse mir mein veraltetes Überbleibsel nur ungern nehmen. Das Babyphone blinkt und rauscht. Das hat wirklich schon besser funktioniert. Scheiße. Der Mops ist wach und steht schon wieder auf. Wer geht jetzt? Ich? Du? Gott sei Dank, er zuckt am anderen Ende des Sofas.
Ich weiß nicht, wie es andere Eltern hinbekommen zur Primetime ungestört und unterbrechungsfrei vor dem Fernsehschirm zu sitzen. Wir schaffen das nicht. Unsere neu definierte Primetime ist nun 21:15 Uhr. Selbst diese Uhrzeit ist ambitioniert mit einem Kind, das weniger Schlaf als Frau Merkel braucht. Seinen Schlafanzug bräuchte man gar nicht waschen, so kurz wie der im Einsatz ist. Apropos Einsatz. Ja, ich nutze – wie auch beim Tatort – schon oft das Angebot der Mediatheken und verschaffe mir so ein pausenfähiges Entertainment. Nichts ist schlimmer, als nach 10 Minuten Bettgespräch die wichtigsten Wendungen und Kniffe in einer Story zu verpassen. Herr Netflix und Frau Amazon Prime wohnen auch bei uns und ermöglichen uns zudem eine individuelle Primetime. Wie kommt es trotzdem, dass ich ganz oft das Gefühl habe, keinen Film komplett aufzunehmen. Selbst unser Mops schläft ja irgendwann. Dann startet man einfach gegen 22:15 Uhr. Schöne Idee. Aber dann sabber ich nur noch das Kissen voll und verschnarche alles. Neben der Müdigkeit ist zudem die ständige Handy-Berauschung eine immense Ablenkung. Ich verklicke ständig Dialoge und vergoogel wichtige Handlungen. Das nervt mich selbst. Das letzte Mal, dass ich einen Film ohne Unterbrechung geschaut habe und richtig aufgesogen habe, war im Kino. Weit weg vom Alltag. Weit weg vom Multi- oder Muttitasking. Niemand, der seinen Stoffhasen ausversehen aus dem Bett wirft und lauthals das unverzügliche Auftauchen herbeischreit. Niemand, der abends noch weltpolitische Geschehen über eine 20-köpfige WhatsUp-Gruppe diskutieren möchte. Keine Spülmaschine, keine Nähmaschine, kein iPad. Nichts das mich ablenkt. Ich bin ganz Auge und ganz Ohr für den Film. Quality Movie Time!

Mein Mann bringt derweil den Schlafverweigerer wieder ins Bett und ich zücke mein Handy. Nur mal fix das Kinoprogramm checken, was denn da läuft. Und danach direkt mal Omi anrufen, ob sie mal Zeit hat. Der Tatort läuft unterdessen weiter. Das mal wieder zum Thema Multitasking Entertainment.   

pULLE aHOI

Pädagogik kommt nicht von Logik und hartnäckige Marotten erfordern manchmal harten Blödsinn: „Wenn der Weihnachtsmann morgen sieht, dass du noch aus Milchpullen trinkst, dann bekommst du bestimmt babymäßige Geschenke. Wir sollten die Pullen lieber schnell wegschmeißen, damit er dir coole Spielsachen für große Jungs mitbringt!“ Es rattert im Hirn meines Sohnes. Wir schmeißen tatsächlich die Pullen gemeinsam weg. Ich sag euch, wenn das funktioniert, frisst der Osterhase unglaublich gerne Schnuller und bezahlt jedes Exemplar mit Schokoeiern! 

lACH dOCH mA! mEINE gESICHTSBREMSE 

  
„Jetzt ist aber genug!“ Meine Mutter zieht den Teller mit dem Berg Pfannkuchen vor meiner Nase weg. Ganz bestimmt nicht. Ich will noch mindestens alle essen! Eine Trotzreaktion aus Kindertagen, aber ein Gefühl, das ich heute noch oft habe. Mehr! Mehr! Und noch mehr! Es kann manchmal gar nicht genug von einer Sache sein. Oft ertappe ich meine Maßlosigkeit erst viel zu spät. Beim Essen habe ich mir über die Jahre einen Blick antrainiert. Da weiß ich ganz genau, wann ich über die Strenge schlage. Und ich gehöre bestimmt nicht zu den Frauen, die behaupten, dass sie nicht wüssten, warum die Jeans plötzlich so eng sitzt. In anderen Bereichen fällt mir diese ehrliche Betrachtung schwerer. Vielleicht auch, weil manche Verhaltensweisen noch gar nicht lang genug erprobt werden konnten. Ich denke da konkret an mein Handy. Mein erstes Handy wurde nur zum Telefonieren genutzt. Wenn ich bei dem Nokia-Knochen ausversehen mal die Weltkugel ausgewählt hatte, habe ich vor lauter Schreck alle Tasten gleichzeitig gedrückt, um bloß wieder raus aus diesem Internet zu sein. Sonst konnte es echt teuer werden! Heute würde ich durchdrehen ohne Internetempfang. Mein Handy gehört zu mir wie die Milch in meinen Kaffee. Undenkbar, wenn der Bildschirm oder die Tasse schwarz bleiben würde. Ob das noch normal ist? Schwer zu sagen! Was ist denn überhaupt normal im Umgang mit der modernen Kommunikation? Langfristige Studien kann es doch noch gar nicht geben. Geschweige denn verlässliche Aussagen, was die extreme Handynutzung später für Auswirkungen auf uns hat. Dennoch merke ich – persönlich – Veränderungen, die mir nicht passen. Mein schmerzendes Handgelenk war beispielsweise ein Ergebnis der Überbelastung. Warum mussten das Display und die Handys immer größer werden? Dann ist das mit dem einhändigen Tippen auch nicht mehr so einfach. Die ständige Erreichbarkeit ist ebenfalls Fluch und Segen zugleich. Man sitzt im Auto und das Handy klingelt. Es sind noch 15 Minuten bis daheim. Ich will dennoch sofort sehen, wer etwas von mir will. Total Panne! Womöglich würde ich sogar anhalten und kurz das Handy aus der Tasche holen. Denn mittlerweile habe ich das Gerät in die Tasche verbannt. Damit man gar nicht erst in Versuchung kommt da drauf zu gucken. Warum ich aber überhaupt auf dieses Thema komme und mich mehr mit meiner eigenen Medienkompetenz befasse, war eine klitzekleine Erkenntnis: Ich besitze derzeit 4.150 Fotos auf meinem Handy. Ungefähr ein Jahr bilden diese ab. Wenn ich so weiter mache, und hoffentlich alt werde, dann könnte ich mit 80 Jahren ca. 178.450 Fotos auf der Festplatte haben. Eine Fernreise nicht einkalkuliert. Da verknippst man ja mal direkt 3000 Bilder. Wer will sich bitte so viele Bilder noch einmal angucken? Habe ich mir überhaupt mal die Bilder aus den letzten fünf Jahren in Ruhe angeschaut? Bin ich glücklicher mit diesen ganzen Momentaufnahmen? Seit der Muckel da ist, bin ich noch besessener von Schnappschüssen. Dabei fällt mir jetzt erst auf, dass ich in vielen Momenten einfach mal das Handy hätte zur Seite packen sollen. Dann würde Muckel seine Mutti auch nicht mit so einer „Gesichtsbremse“ sehen. Ich habe extra Mal ein Foto davon gemacht… um zu erkennen, dass ich weniger Fotos machen sollte. Herrlich, diese Logik!  

dRECK

Photoshop: Vergeblich versucht einen schwarzen Punkt wegzupinseln, um dann fünf Minuten später zu schnallen, dass es ein Fliegenschiss auf dem Bildschirm ist. Scheiss Dreck!