nIPPELGATE

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Eine Hand ist immer an der Brust! Zu keiner Zeit meines jungen Lebens habe ich diese Körperteile öfter berührt als in den vergangenen Wochen. Ach, ich glaube nicht einmal mein Kerl kommt auf diese Zeiteinheit betriebliches Dranrumfummeln. Ich habe meinen Busen in der Hand gewogen, massiert, gedrückt, geknetet, malträtiert. Ich war wirklich liebevoll und habe mein Gewebe mental eingeschworen. Schließlich bin ich nach der Geburt von Mops II voller Freude in die Stillphase gestartet. Endlich mal keine blutigen Nippel wie bei Mops I. Herrlich. Einfach nur Anlegen und es läuft. Tja, denkste. Es tropfte auf den knurrenden Magen. Der arme Kerl. Hunger ist nun wirklich kein Freund. Das kann ich nach unzähligen Diäten beurteilen. Anlegen, anlegen, anlegen… schreiben die Foren, rät die Stillberaterin. Ja, macht Sinn. Eh schon gemacht. Zweite Feedbackrunde: Mops II bekommt die Milch nicht aus meinem persönlichen Gängeviertel. Dabei muss es da immer komplett ausgefegt sein, damit die Produktion später auf Hochtouren läuft. Aha. Ok. Und jetzt? Tada, da steht plötzlich die Luxusversion einer Milchpumpe in meiner Bude. Symphony heißt das Schätzchen und ich frage mich, ob der Name wirklich so ideal gewählt ist. Romantisch fühlt sich das Anlegen der Melkmaschine nämlich nicht an. Und irgendwie erinnert das Design an einen saugverwirrten Minion. Ich pumpe also fleißig Unterdruck in meine Hupen. Irgendwas muss da ja rauskommen. Wie ein Goldschürfer mache ich mich auf die Suche nach dem weißen Schatz. Jeder Tropfen wird gesammelt und gehuldigt. Verschüttetes Material treibt mir Tränen in die MuttiAugen. Mops I unterstützt mich mit musikalischer Untermalung. Pfffff, pfffff pfeift er fröhlich vor mir und wackelt lustig hin und her. Ich lache noch mit ihm und versuche meine Angst zu verbergen, dass er „ausversehen“ wieder an dem Schlauch zieht, der meine Brust mit dem Minion verbindet. „Das ist nämlich keine gute Idee!“, sage ich noch und mein Nippel fühlt sie wie ein USB Stick der ohne „Auswerfen“ rausgezogen wird. Aua.

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eNTLASTUNGSBH

  
„Ich hab da genau das richtige Stückchen Stoff für Sie!“, trompetet die engagierte Verkäuferin und rast aus der Kabine. Ich bedecke meine Weichteilchen mit den 2% Elasthan meines Unterhemdes während ich vergebens versuche der Innenbeleuchtung auszuweichen. Ach, das Licht ist doch perfekt zum Augenbrauen zupfen. Mein Gehirn schafft mit solchen positiven Aussagen gleich ein besseres Raumgefühl. Zack, frohlockt eine schrille Stimme aus dem Verkaufsraum: „Wir haben ihre Größe noch. Zum Glück. Die großen Größen bekommen wir immer nur in kleiner Stückzahl.“ Sie schlüpft in die Kabine, hält ihr Juwel hoch und sagt: „Das ist ein EntlastungsBH!“ Ich lächle ein wenig. Ein wenig! „Ach, ein EntlastungsBH. Toll…!“ höre ich mich sagen. Ich habe mich schon lange von der Idee verabschiedet bei Hansi/Mausi, Hanke Möllers und co. einen passenden Büstenhalter zu finden. Da gibt es nämlich genau gar keine Auflage für mein Format. Aber ein EntlastungsBH? Ist es jetzt soweit! Das Gummi wird breiter, vier statt zwei Haken und Farbauswahl zwischen menschlich mieder oder fahl krank. Nein! Bevor ich weiterdenken kann, sind meine Weichteile auch schon eingetütet. „Mensch, der stützt doch perfekt! Schauen Sie mal, der schneidet nicht ein.“, sagt die Verkäuferin, hält die BH-Träger fest in den Händen und lässt meinen Balkon wippen. Jegliche Bepflanzung wäre rausgefallen. Ich brauche keinen EntlastungsBH. Ich brauche einen ganzen EntlastungsAnzug! Warum soll es meinen Brüsten bessergehen als mir! ICH will Entlastung! Durchschlafen, Netflixen, Kakao trinken, abhängen, weiter abhängen! Keine Wutanfälle und Möchtegerne-Schokolade-statt-Wurst-Situationen bewältigen. Dreißig Gedanken und 20 Minuten später kaufe ich die Entlastung für meine Brüste. Wenigstens die! Und dann träume ich davon, wie man auf den „Bitte Bedienen“-Button in der Kabine drückt und ein kompletter Entlastungsanzug aus der Decke kommt. Wie bei Batman im Keller! Dann zieht man diesen Art SupermomAnzug an und alltägliche Schwerkraft ist einfach aufgehoben. Fantasie ist toll!

mÖWE mOLLE

Da habe ich mich riesig gefreut als die liebe Lisa auf mich zukam und fragte, ob ich nicht Lust hätte eine kleine Geschichte für ihren Blog ichsowirso zu schreiben. Eine Einschlafgeschichte für kleine Helden. Was habe ich gegrübelt. Wird es eine Quatschgeschichte über eine Kuh? Oder doch ein Piratenabenteuer mit einem Fuchs? Nein! Es muss hier aus der Gegend sein. Aus dem Norden. Mit viel Herz und ganz vielen Federn. Es muss eine Möwe sein! So wurde Molle geboren. Und nun hat sie auch ein echtes Federkleid. Denn die tolle Diana Kohne (Hand & Maus) hat das Möwenmädchen und ihre Freunde super liebevoll illustriert. Ich hätte mir die Charaktere nicht goldiger vorstellen können. Nochmal ganz dickes Danke!

Im ersten Abenteuer hat Molle Probleme mit dem Einschlafen. Wer kennt das nicht?! Lest hier, wie Hanno seinem Möwenmädchen hilft…

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Das sind Hanno, die Möwe Molle und der Hund Piet!

Trotz dem Trotzkopf

  
Einer heult immer. Heute heule ich. Ich starre auf das Kopfsteinpflaster vor meinem Auto. Mein Auge tuckert. Der Tritt saß. Ich wäre nun gerne schon drinnen. Ach was, ich wäre gerne schon fünf Kilometer weit weg. Nämlich zu Hause. Das ist aber nicht der Plan von Muckel. Der wütet auf statt in seinem Kindersitz. Anschnallen? Tja, keine Chance. Ich hätte nie gedacht, dass ein zweijähriges Kind schon Superkräfte hat. Das Veilchen unter meinem linken Auge ist der Beweis und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Auch, wenn es keine Absicht war. Das weiß ich. Die Wimpern wachsen zum Glück nach. Also sitze ich, noch ziemlich benommen, mal neben ihm, mal auf der anderen Seite. Ein Versuch am Lenkrad. Fehlanzeige. Selbst Leo Lausemaus bei einer Lautstärke für Schwerhörige wirkt nicht. MennoMaus! Die Tränen kullern schon – auch bei ihm. Es macht einen so traurig ihn so „daneben“ zu sehen. Ganz neben der Spur. Furchtbar. Ich wurde ja immer vor dieser Phase gewarnt. Jetzt weiß ich warum. Ich habe in den Arm genommen, gesungen, geschimpft, abgelenkt, gedrückt, noch fester gedrückt, ignoriert, diskutiert. Keine Aktion von mir war scheinbar komplett richtig. Das ist so was von frustrierend. Man kriegt im Leben alles irgendwie geregelt und dann steht da so ein Wutzwerg und stellt alle pädagogischen Grundregeln in meinem Hirn auf den Kopf. Mir war ja schon bewusst, dass wir daheim einen temperamentvollen Burschen haben, aber dass er mir emotional so viel abverlangt, hätte ich nicht erwartet. Nach einer Ewigkeit erwische ich einen guten Moment. Ich schreie direkt in sein Hirn „Schau mal ein Baaaaagggggeeer!!!“ Der Wahnsinn in seinem Blick erlischt nur für eine Millisekunde. Das reicht mir. Er ist angeschnallt. Wir heulen uns nach Hause. Wir heulen uns in den Fahrstuhl. Wir heulen uns in die Küche. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit. Ich sitze am Küchentisch und atme. Mehr geht gerade nicht. Und dann höre ich ein leises und zögerliches „Trecker spielen?“. Er ist wieder da. Mein Mucki. Bis zum nächsten Wahnsinn.

mASSGESCHNEIDERT

Panik! Pure Panik! So muss sich ne Jungfrau vor nem Pornodreh fühlen. Blankes Entsetzen! Egal, wie ich meine Rundungen vor dem Spiegel auch begradige, dieses Kleid passt nicht. Nicht mehr! Zwei Wochen meiner Lebenszeit habe ich geopfert, um den Reisverschluss ohne Verletzte zu schliessen. Und nun töte ich jemanden. Auch nicht besser. Ich töte zunächst den Reinigungsmitarbeiter und dann direkt mich. Ich esse gerade keine Kohlenhydrate. Ein Amoklauf ist also naheliegend. Dieses Kleid ist eingelaufen (für alle Verrückten! Wagt es nicht anderes zu behaupten)! Ich habe nur noch sechs Tage bis zur platzenden Blamage. Scheisse! Eine Alternative muss her. Schnell. Fett, frustriert und völlig hemmungslos schluchze ich mich durch 30 Kleider. Letzte Lösung: Zweiteiler! Wenn nichts mehr hilft, dann hilft ne künstliche Taille aus Gummizug. Ich könnte nun auch direkt 60 Jahre sein. Denn mehr Sexappeal gibt es in urinbeige auch nicht. Ich bin am Ende. Fast! Denn es ist erst Ende, wenn einer heult. Also geht meine Odyssee der kneifenden Hintern weiter. Ich lande in einer kleinen Boutique. Hoffnung steigt in mir auf, endlich hier das hüftgoldumschmeichelnde Stück Stoff zu sichern. Ich stürze mit der Meterware in die Kabine. Endlich mal Platz um die Plauze. Herrlich. Ein Lächeln wagt sich sogar wieder in meine Visage. ‚Entschuldigen Sie?!‘ spricht mich die knuffige Verkäufern vorm Spiegel an. ‚Haben Sie schon mal dran gedacht als Model zu arbeiten?‘ Nein, ich habe mich nicht verhört. ‚Bitte wie?!‘ stammle ich unsicher. Sie strahlt mich an ‚Wir haben regelmässig Modeschauen und suchen dafür Models. Das wäre bestimmt was für sie.‘ Ich will gerade anfangen laut zu lachen, da trifft allerdings die Erkenntnis in meinem Hirn ein: Übergrössen! Ich stehe in einem Laden für Übergrössen! Über und gross, was für eine bekackte Wortkombination. Ich heule trocken. Die Visitenkarte in der Tasche verlasse ich die Szene und steuere direkt zwei Freunde an: Kurz und Lang. Likör und Wein haben mich nie enttäuscht! Mit jedem Schluck wird es realer und ich besoffener: Was wäre, wenn ich die Twiggy der Dicken wäre!? Dann wäre ich ja irgendwie wieder dünn… Einschenken und weiterdenken!