kEINE kRAKE

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Einen Artikel von A bis Z durchlesen, eine Mail von Betreff bis Gruß durchschreiben. Wunschdenken. Beständig ist nur die Unterbrechung. Ich wäre manchmal so gerne eine Krake und könnte ganz viele Aufgaben gleichzeitig erledigen. Mit so GoGoGadgetto-Armen. Bin ich aber nicht. Und so finden sich hier im Haus überall angefangene Projekte. Der Stapel alter Zeitschriften, den ich schon lange einmal durchgucken wollte. Der Rock den ich schon seit zwei Jahren am Saum flicken wollte, liegt unangetastet auf der Nähmaschine. Mittlerweile könnte er sogar wieder passen. Klar, jeder hat in seinem Haushalt rumpelige Ecken, Schubladen, Schränke, die auf Pause gestellt sind. Irgendwann geht die Story halt weiter. Keiner weiß nur wann. Kleinkinder daheim bewirken da keine Besserung. Unser Handeln gleicht einer ständigen Unterbrechung. Beispiel, gerade so passiert: Ich will Kochen. Kind 1 will Mithelfen. Kind 2 will Abwaschen. Ich freu mich über den Tatendrang, komme aber selber kaum dazu Lebensmittel in den Topf zu bekommen. Da ich jetzt nur noch in der Küche rumspringe, um diese zu retten. Der ausziehbare Wasserhahn kam mir doch so praktisch in der Spüle vor. Na ja, jetzt nicht mehr. Kind 2 hat die Funktion neu bewertet. Alle plitschnass. Essen plitschnass. Erstmal Standpauke, dass die Küche keine Badeanstalt ist und dann alle wieder in trockene Sachen stecken. Das ist hier nur eine Situation von vielen. Wie oft ich hier leise murmel „… ich wollte doch nur kurz…“!
Ganz gleich, welche ToDos ich gerne abhaken möchte, Wäsche machen, Haushalt wuppen, Hirn stärken usw. Die Banausen tauchen garantiert auf. Es ist wie eine unsichtbare Anziehungskraft. Laut grinsend, mit Sand unter den Füßen und Flausen im Kopf stehen sie dann da und sabotieren meine Pläne. Wenn sie nicht so verdammt liebenswert wären.
(Notiz: Während ich diese Wörter aneinander setze, habe ich zwei Kämpfe beendet, einen Apfel geschält, Getröstet, Getränke gereicht, Trampolin Verbot ausgesprochen und Puzzelteile gesucht. Es lebe das Muttitasking! Ahoi!)

pROJEKTWOCHEN

Mir ist langweilig! Was für eine Aussage um 9h morgens. Nachdem man irgendwie schon alle Joker aus dem Ärmel geschüttelt hat und alle Blaubeeren doppelt gewaschen wurden. Puh. Und statt sich endlich mal dem Langeweile-Chill-Modus hinzugeben und einfach mal den Spielteppich abzufusseln, wird gemeckert, gestöhnt, gefrustet. Da hilft auch kein „…denkt euch doch mal selbst was aus!“ oder „Ich hätte gerne mal nix zu tun!“. Solche Ansagen meinerseits bringen bei dem Knievolk nichts! Eine Beschäftigung oder ein Spiel, dass sich von selbst entwickelt und nur von den Jungs durchgeführt wird? Eher nö! Doch manchmal reicht ein Schuppser von mir. Also nicht in echt, sondern gedanklich. Ich ratter dann Optionen oder dazugehörige Wörter runter. Wie bei einem Brainstorming mit zu viel Kaffee/Alk. Und ab und an lassen sich so diese quälenden Momente beenden. Es ist schon absurd. Mich würde es keine Sekunde quälen… ich hätte so fix die Füße hoch. Na ja. Die Jungs haben halt Hummeln in de Büx.Nach 14 Wochen Coronatainment klingen drei Wochen KitaFrei absolut handelbar, oder?! Ja, mit der richtigen Vorbereitung. Man muss einfach ein paar Ausblicke, Projekte oder Aufgaben einplanen. Wenn es keinen Urlaub gibt, dann eben daheim neuen Input schaffen. Und so haben wir fleißig an unserem FreizeitKalender geschraubt und seit einer Woche leben sogar Urzeitkrebse bei uns… noch 😂🙈Es geht also nicht darum ständig unterwegs zu sein. Nein, das ist mit den Auflagen derzeit auch gar nicht so ratsam. Daher finden sich nun bei uns ganz simple Geschichten wie: Wackelpudding machen, Melone futtern, Schwimmen gehen, Tierpark besuchen oder Kissenschlacht. Vielleicht erleichtert es dann auch wieder den Start in die Kita. Wer weiß. Ach, und selbst wenn der Kalender beim nächsten Wutanfall in der Tonne landet. Zumindest haben wir zwei Stunden des Alltags mit Bastelei und Projektplanung überbrückt! Tschakaaaa 🤣

hITZE

Jeder der daheim auch einen emotionalen Hitzkopf hat kennt das Dilemma. Aus Freude kann in Sekundenschnelle Wut werden. Die ersten Vorboten kann ich mittlerweile ganz gut lesen. Da reicht schon das Flackern im Blick. Irgendetwas klappt nicht. Er fühlt sich vollkommen ungenügend. Dieses Gefühl überschlägt sich in seinem Kopf. Jetzt kommt der Punkt. Entweder wird ‚nur’ geweint oder er verliert sich komplett in seinem Gram. Dann ist jeder Versuch des Aufbauens, Mitfühlens oder Einwirkens zwecklos. Er gerät in eine richtige Schleife. Wiederholt wie besessen immer die gleichen Sätze und man muss höllisch aufpassen, dass er sich in seinem Durchdrehen nicht selbst verletzt. Da hilft nur Augen auf und durch. Gerade gab es wieder so eine Situation. Er ist danach immer total schlapp. Kein Wunder, wenn alles drinnen im Kopf kocht und draußen die Hitze noch befeuert. Ich brauch jetzt auch erstmal einen Kaffee und schnall mir mein Kühlpad unter die Füsse. Leider verbraucht pädagogische Deeskalationsgymnastik keine Kalorien 🙃

pROSIT

Ein Prosit auf die Gemütlichkeit! Die flüssigen Punkte sind besonders tückisch, aber auch sehr wohltuend 😋☺️ Na ja, das Glas Sekt macht nicht dick! Sondern die Pulle 😂 Es war ein wunderschöner Nachmittag im Garten. Bunte Fingernägel, gepackter Warenkorb, Frauenthemen über und unter der Gürtellinie 🤣 Freude und Leid für einen Moment geteilt 💛 Wenn man sich schon so viele Jahre kennt, macht man sich eben auch nichts vor und die Themen werden mit jedem Jahr auch ein Stück gehaltvoller. Da gibt es die ersten traurigen Abschiede, die ersten schweren Entscheidungen und Sackgassen. Schön, dass man das Teilen darf. Auf die positive WeiberEnergie! 🥳🥰

sCHLUMMTRUNK

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und hängt an seinen Ritualen. Ich bin da keine Ausnahme. Ich brauche das auch. So wie auch meinen Schlummertrunk. Initialisiert wurde das Getränk als ich mit dem Rauchen aufgehört habe. Da brauchte ich ein neues „Feierabend“-Ritual. Wein, Kakao, Bier, Milch, Tee… Getränke in jeglichem Aufguss ☺️✌🏻 und für jede Gelegenheit. Seit nunmehr fast 9 Jahren rauche ich nicht mehr. Krass. Damals war es undenkbar für mich, ohne Kippen in den Feierabend zu schliddern. Ich habe Telefonate unterbrochen, um nochmal fix zur Tanke zu fahren und Zigaretten zu holen. Ich musste immer mindestens zwei noch für den nächsten Morgen haben. Was für ein Stress?! Was für eine Abhängigkeit! Mit dem Rauchen aufzuhören war das beste Upgrade meiner Gewohnheiten überhaupt 💛

lANDEI

Die Romantik eines Mähdreschers. Ja, sie ist bei solchen Glücksmomenten nicht abzustreiten 🚜☀️🌾🥰Der MiniUrlaub bei meinen Eltern war super schön und super anstrengend. Die Banausen baldowern immer was aus und man kann gar nicht so schnell springen wie die hüpfen wollen ☺️🤪 Zwischen Fellnasen und Fressern sind mir so viele schöne Erinnerungen an die Zeit auf dem Hof hochgekommen. Der Geruch von Papas Kordhose, ein Gemisch aus Motoröl und Kuhstall. Abends mischte sich dann oft die Süße von frisch geschälter Apfelsine dazu. Auf Strohballen klettern, runterfallen und es wieder wagen. Die vielen Stunden im Kaninchenstall. Die Kuscheleinheiten mit den Hunden. Oma mit ihrem Kittel im Blumendekor und immer vollgeschnieften Taschentüchern in den Taschen. Die Sommerferien mit Rasensprenger und Wassereis! Urlaub woanders gab es nicht. Wir waren ja irgendwie schon mittendrin☀️