aUFGABENBOARD

Fast. Fast hätte ich den Mops soweit gehabt. Sein Fuß hat zumindest schon mal die Sandale berührt. Aber es war ein Täuschungsmanöver. Mit einem Lufttritt bewegt er das Schuhwerk Richtung Himmel und klagt: „Ich bin viel zu schlapp! Du sollst das machen!“ Schlapp sieht anders aus. Während er sich auf dem Boden windet, zieht er seine Jacke auch schon wieder aus. Menno, wir waren doch schon fast draußen. Und die Reihe geht von vorne los. Kleidung hinhalten, Motivieren, Ruhig bleiben, panisch auf die Uhr glotzen, grenzdebil lächeln und innerlich stirbt irgendwo ein Einhorn. Jede Zelle meines Körpers eskaliert. Der ewige Kreislauf mit Kind. Wie bekomme ich den Mops dazu, mehr bei diesem alltäglichen Wahnsinn zu kooperieren? Wie lernt er mehr Selbstständigkeit? Wisst ihr was, einfach nicht helfen! Das hätte ich früher geantwortet. Da war ich noch Single. Aber ein Stück Wahrheit steckt da doch drin. Ich muss weniger mithelfen. Ein wenig Motivation für den Mops muss her. Wir brauchen ein Aufgabenboard. Das ist doch total angesagt bei den pädagogischen Vorreitern und in jedem noch so dicken Ratgeber empfohlen. ToDos wie Anziehen, Zähne putzen oder Hände waschen werden spielerisch dargestellt. Übersetzt: Arbeit in Spaß versteckt! Die Frage der Gestaltung war schnell geklärt. Mops wünscht sich Bilder und schleppt direkt seine Bastelbox an. Cool! Er ist aktiviert und will mithelfen. Nur wie bringe ich unsere Bastelkünste hübsch an unsere Flurwand? Das Board muss ja für den Mops gut sichtbar sein. Gut sichtbar ist es dann aber auch für uns und unsere Gäste. Kurz denke ich an verklebte Schnipselarbeiten mit Glitzer und den schwarzen Wachsmalstift an der weiß verputzten Wand. Nein! Es soll schon schick aussehen. Mensch, mein Kerl baut doch auch Memoboards in seiner Flussbrett-Werkstatt. Zack, sind zwei gemopst. Eines für morgens und eines für abends. Perfekt!

 

Und ich bin echt mega happy mit unserem Ergebnis. Noch wichtiger als die Optik, die Wirkung. Mops fühlt sich endlich zuständiger. Er stirbt zwar bei jedem Stück Stoff noch den sterbenden Schwan, aber der Wille zählt. Man macht mit so einem Board aus einem Kaktus halt auch keine Tulpe. Aber das wollen wir ja auch nicht. Ein paar weniger Stacheln im Alltag reichen uns schon.