fREIBAD

Ahoi, Freude. Ahoi, Freibad. Ich weiss nicht, wann sich dieses entspannte Gefühl entwickelt hat. Aber mir ist es mittlerweile egal, ob meine Brüste auf der Wasserrutsche aus der Bahn geraten oder sich meine Oberschenkel beim Wettrennen zur Pommesbude melodisch abklatschen. Diese Entspanntheit mit mir habe ich nicht immer. Mein Körper und ich führen im Alltag eine On-Off-Beziehung. Aber, wenn es ums Spaß haben als Familie geht, bin ich dabei. Mit jedem speckigen Pfündchen. Das geht wohl nicht jederfrau so. Leider. Beim letzten Besuch habe ich eine Dame beobachtet. Nicht, dass ihr jetzt denkt, dass ich so eine Spannerin bin. Sie ist mir aufgefallen, weil sie total unnormal über dem Abflussgitter am Beckenrand hing. Gerade als ich mein Hirn zum Thema Erstehilfe-Griffe befrage, um sie womöglich von einer verschluckten Kartoffel zu befreien, dreht sie sich um und schreit ihre Begleitung heran. Ah. Ok. Die Dame ist nicht am kollabieren, sondern einfach nur unglaublich bemüht ihren Körper für ein Foto zu präsentieren. Sie zupft, sie zuppelt, sie zieht ein, sie drückt raus. Legt sich immer wieder anders über das Abflussgitter und richtet ihre Sonnenbrille im Haar gen Süden aus. Ihre Begleitung ist schon sichtlich genervt und ich bin fasziniert. Sie will ihr „perfektes“ Bild und wirkt dennoch so unrund mit sich selbst. Als ob da zwei Welten sind. Am liebsten hätte ich ich meinen angebauten Rettungsring mit einen Hüftschwung zu ihr gesellt und das Foto gebombt. Einfach, um die Situation aufzulockern und ihr ein echtes Fotolachen zu entlocken – ohne creepy Abflussgitterromantik und Baucheinziehen 💙🧘‍♂️