wELTENeNTDECKER

Vor zwei Wochen saßen wir auf dem Sofa und ich wollte gerade mit dem Vorlesen eines Buches starten. Da las plötzlich mein Sitznachbar den Titel vor. Ich war ganz perplex, denn bislang wurden immer nur ausgesuchte Buchstaben von unserem Großen durchgedacht. Was fängt alles mit A an? Welche Tiere gibt es mit O?… Von Wörtern waren wir weit entfernt. Und jetzt sitzen wir hier zum Weihnachtsfest wieder zusammen und schmökern uns durch die Lektüre. Entdecken neue Buchstaben, Wörter, Sätze… Lesen ist eine Tür, die so viele tolle Welten öffnet 😍 📙📘📓📕📘

bESCHERUNG

Wenn der Weihnachtsmann klingelt. Das Kreischen zur Bescherung war bestimmt noch kilometerweit zu hören. Die Jungs haben sich so sehr gefreut über diesen riesigen Sack vor der Tür. Ja, derzeit wird in Kaffeejute ausgeliefert. Aber raus – zum genauen Nachgucken – hat sich keiner der Jungs getraut. Die Ehrfurcht vor dem Weihnachtsmann scheint noch riesig. Also Sack schnell reingehieft und weiter bekreischt. Nachdem man sachkundig analysiert hat, warum der Weihnachtsmann nicht durch den Kamin gekommen ist, wird das erste Geschenk ausgepackt. Der Kleine packt ein Spielset aus. Zwei Spielfiguren: Schwarzer Spider-Man und Dr. Octavius (sehr passend zum derzeitigen Kinohit). Und das erste, was er damit macht. Er schenkt dem Großen eine Figur, damit man zusammen spielen kann ❤️ Da schlägt doch mein Weihnachtsherz höher. (Das sie sich 10 Minuten später in den Haaren liegen, weiss ich zu dem Zeitpunkt ja noch nicht)

eR fRAGT. iCH aNTWORTE.

Sie diskutieren mich grau, sie inhaftieren meine Habseligkeiten, sie chaotisieren meinen Alltag. Meine geliebte Planbarkeit ist im Chaos verstrickt. Und während ich innerlich durchdrehe und einfach nur Ruhe haben will, stellen diese halbstarken Fürze mit ihren Fragen meine Antworten auf den Kopf. Heute Mittag, bestes Beispiel: „Was willst du eigentlich mal werden?“, fragt mich der Große aus dem schmatzenden Nichts. Vollkommen ernst. Und ich lache, und ich lache weiter und weiß garnicht drauf zu antworten. „Beruflich oder so überhaupt?“ lenke ich ab. „Erst einmal Job! Und dann so überhaupt!“ ergänzt er und starrt mich neugierig an. „Das ist eine schwere Frage. Puhhhh. Einen Job hab ich ja schon und der macht mir Spaß. Na ja, und so generell glaube ich, dass es ein gutes Ziel ist, ein glücklicher Mensch zu sein…“ murmel ich in Gedanken. „Du hast es gut. Das bist du doch schon!“ sagt er, tunkt seine Pommes in Ketchup und winkt einem Kumpel am Nebentisch zu. Ja, irgendwie sehr lässig mein sechsjähriger Therapeut. Zum Glück kostet er kein Geld, nur Nerven. (Ich revidiere die Bezahlung läuft über Spielwaren 😂).