uNGESCHLIFFEN

Chillenzio! Ich hab mich mal in die „Sonne“ gewagt. Ein Plätzchen im ungeschliffenen Umfeld. So sehe ich auch aus. Ziemlich ungeschliffen. Ich fühle mich zumindest schon wesentlich besser. Ich muss meinem Inneren nur noch Bescheid geben, dass es gerne nach außen drücken darf. Was erwartet man auch. Müde, krank und zwei Rabauken, die heute mehr gegen- als miteinander sind. Es wird gepöbelt, gestänkert, gefrustet. Ich trenne dann die zwei Kampfboliden vom Straßenteppich bevor der Schwitzkasten misslingt und fange mir den kompletten Frust ein. Denn dann ist man sich komplett einig. Warum hat Mutti Schiri abgepfiffen? War doch nur ne Blutgrätsche! Die Tür wird geknallt und Tschö mit Ö! Ich bleib im Aus. Danke für Nichts! Da hilft nur Dampf ablassen und frische Luft um die Nase. So sitze ich also auf dem Außengelände der Quarantäne. Und tippe. In jeden Buchstaben verpacke ich meinen Unmut. Und die Jungs können sich freuen, dass ich so ein Ventil habe und ein Master im Kopffussball bin. Sonst pfeift der Schiri hier das Spiel mal ab, ihr Lufthosen! Und trainiert wird auf dem Ascheplatz. Und überhaupt, wer wäscht eigentlich eure Trikots und füttert eure Waden und lobpreist eure Paraden. ICH!! Ihr verliert euren besten Fan 😂😂 ha ha ha (das fiese Lachen müsst ihr euch denken 🤣)

cORONA

Mein Knievolk schafft es doch immer wieder dem Ernst etwas Absurdes zu geben. Wir checken gemeinsam meinen CoronaTest und mein trockener Kommentar: „Zwei Striche sind für mich krass genug.“ Symptome laufen mir schon genug aus der Nase und drücken auf die Stirn. Herje, so schnell wabert es dann doch durch den Körper und ich bin heilfroh, dass ich geimpft bin. Ich will nicht wissen, wie es mir sonst ginge 🦠🤧 jetzt heißt es, PCR-Abwarten und Tee trinken. Literweise! Und am besten schon mal ein Notfall-Kinderbespassungs-Programm für nächste Woche entwickeln… irgendwas mit viel Schokolade und dem Einsatz von Kopfhörern. Denn als Springmatratze bin ich echt derzeit nicht geeignet 😌🙈 mit Kleinkindern ist eine Regeneration auch immer nur einen NinjagoFusstritt entfernt 😂

wELTENeNTDECKER

Vor zwei Wochen saßen wir auf dem Sofa und ich wollte gerade mit dem Vorlesen eines Buches starten. Da las plötzlich mein Sitznachbar den Titel vor. Ich war ganz perplex, denn bislang wurden immer nur ausgesuchte Buchstaben von unserem Großen durchgedacht. Was fängt alles mit A an? Welche Tiere gibt es mit O?… Von Wörtern waren wir weit entfernt. Und jetzt sitzen wir hier zum Weihnachtsfest wieder zusammen und schmökern uns durch die Lektüre. Entdecken neue Buchstaben, Wörter, Sätze… Lesen ist eine Tür, die so viele tolle Welten öffnet 😍 📙📘📓📕📘

bESCHERUNG

Wenn der Weihnachtsmann klingelt. Das Kreischen zur Bescherung war bestimmt noch kilometerweit zu hören. Die Jungs haben sich so sehr gefreut über diesen riesigen Sack vor der Tür. Ja, derzeit wird in Kaffeejute ausgeliefert. Aber raus – zum genauen Nachgucken – hat sich keiner der Jungs getraut. Die Ehrfurcht vor dem Weihnachtsmann scheint noch riesig. Also Sack schnell reingehieft und weiter bekreischt. Nachdem man sachkundig analysiert hat, warum der Weihnachtsmann nicht durch den Kamin gekommen ist, wird das erste Geschenk ausgepackt. Der Kleine packt ein Spielset aus. Zwei Spielfiguren: Schwarzer Spider-Man und Dr. Octavius (sehr passend zum derzeitigen Kinohit). Und das erste, was er damit macht. Er schenkt dem Großen eine Figur, damit man zusammen spielen kann ❤️ Da schlägt doch mein Weihnachtsherz höher. (Das sie sich 10 Minuten später in den Haaren liegen, weiss ich zu dem Zeitpunkt ja noch nicht)

eR fRAGT. iCH aNTWORTE.

Sie diskutieren mich grau, sie inhaftieren meine Habseligkeiten, sie chaotisieren meinen Alltag. Meine geliebte Planbarkeit ist im Chaos verstrickt. Und während ich innerlich durchdrehe und einfach nur Ruhe haben will, stellen diese halbstarken Fürze mit ihren Fragen meine Antworten auf den Kopf. Heute Mittag, bestes Beispiel: „Was willst du eigentlich mal werden?“, fragt mich der Große aus dem schmatzenden Nichts. Vollkommen ernst. Und ich lache, und ich lache weiter und weiß garnicht drauf zu antworten. „Beruflich oder so überhaupt?“ lenke ich ab. „Erst einmal Job! Und dann so überhaupt!“ ergänzt er und starrt mich neugierig an. „Das ist eine schwere Frage. Puhhhh. Einen Job hab ich ja schon und der macht mir Spaß. Na ja, und so generell glaube ich, dass es ein gutes Ziel ist, ein glücklicher Mensch zu sein…“ murmel ich in Gedanken. „Du hast es gut. Das bist du doch schon!“ sagt er, tunkt seine Pommes in Ketchup und winkt einem Kumpel am Nebentisch zu. Ja, irgendwie sehr lässig mein sechsjähriger Therapeut. Zum Glück kostet er kein Geld, nur Nerven. (Ich revidiere die Bezahlung läuft über Spielwaren 😂).