zEITREISE mIT bANDSALAT

Zeitreise. Ich habe meiner Mutti einen Gefallen getan und endlich die letzten Überbleibsel meiner Jugend aus dem elterlichen Nest gesichtet. Ich bin ganz stolz, denn ich habe mich im Schnelldurchlauf fürs Archivieren oder Entsorgen entschieden. Das ist schon eine Leistung. Denn ich baller zu gerne mein Mobiliar mit Kram voll. Schubladen voller Karussell-Chips, Stimmungsringe, Festivalbändchen, Visitenkarten, Parfümproben, Erfrischungstüchern, Ladekabeln… ach, was sich da nicht alles findet. Würde es eine platz- und zeitsparende Form der Konservierung geben, ich wäre interessiert. Dann könnte man immer alte Erinnerungen und das passende Gefühl einfach rausholen. Oder doch lieber nicht? Will man das wirklich alles im Kopp behalten? Das geschrumpfte Outfit vom Abiball, den klimpernden Bauchtanzgürtel, die Tonnen Benjamin Blümchen auf Bandsalat, die vollgequarztvergilbten Jugendbücher, PC-Bücher mit Diskettencharm….. und und und. Nein. Der Berg wäre mir zu groß. Munter wurde daher in die Tonne gekloppt. Und es fühlte sich echt gut an. Ein echtes Highlight meiner Schulzeit war auch dabei: Latein-Klausur mit 0 Punkten!! Ich meine, dass muss man erstmal schaffen! 0 Punkte!!! Mit nettem Kommentar meiner Lehrerin. Ich glaube, ich habe auch die Erklärung für mein „Versagen“. Ich war bestimmt zum Kartenspielen im Oberstufenraum parallel zur Klausurzeit verabredet, da musste ich halt fix die halb hingerotzte Arbeit abgeben 🙈 Prioritäten konnte ich schon immer gut setzen! Und Ausreden finden sowieso. Die Klausur bleibt! Nimmt ja auch wenig Platz weg. Willkommen in einer neuen Schublade 😂

iST dAS sPIELZEUG oDER kANN dAS wEG?

Unkantig, unbunt und vom TÜV als „ungeil“ geprüft! Die Rede ist von Spielzeug. Bloß nicht verletzten, bloß kein Plastik. Und am Ende steht das Kind schreiend vor dem Regal und will einen braunen, plüschigen Kackhaufen mit Augen. Ja, so etwas gibt es tatsächlich. Emoticons als Kissen, einfach mal googeln. Warum es gerade der Kackhaufen sein muss? Keine Ahnung. Schnell bin ich dann mit solchen Kommentaren: „Früher konnten wir auch ohne so einen Müll spielen. Da reichte manchmal auch schon eine Pfütze und ein paar abgebrochene Zweige.“ Wenn mich dann die erstaunten Kinderaugen anschauen, fühle ich mich immer ganz pädagogisch klug.Als ich aber den Trailer zu „Trolls“ anschmeiße, wird mir schlagartig bewusst, dass ich meine unpädagogischen Highlights der Kindheit vollkommen verdrängt habe. Ich hatte nicht nur Pfützen, ich hatte eine Armee von Trollen. Sie waren qietschbunt, stanken nach Plastikmasse und ihre FilzFrisur sollte lieber weit weg vom offenen Feuer bleiben. Ich habe sie geliebt. Sie waren so herrlich unschön und knubbelig. Das komplette Gegenteil von Barbie und Co. Die ich natürlich auch neben einer Unzahl von Puppen besaß. Das zum Thema, ich hatte nur braunes Holzspielzeug. Und dann recherchiere ich noch ein wenig zu den lustigen Trollen und was finde ich: Einen EINHORN-TROLL! Das ist die perfekte Verschmelzung von damals und heute. Die 90er Trolle treffen das glitzerstaubpupsende Einhorn von heute. Juhuuuu!

Na ja, genug geschwärmt. Jetzt halte ich mich doch ein wenig mehr zurück mit meinen Kommentaren. Und wenn es beim nächsten Einkauf unbedingt der plüschige Kackhaufen sein muss, dann sollte man vielleicht „aus versehen“ seinen Geldbeutel vergessen… „Ich hätte ihn ja gekauft! Ganz ehrlich!“